Beziehungsarbeit?

Beziehung und Arbeit, wie passt das eigentlich zusammen? Und warum muss immer alles Arbeit sein?

 

Wahrscheinlich ist das so weil wir all das, was manchmal anstrengend ist, Mühe macht oder uns Überwindung kostet, Arbeit nennen. Wahrscheinlich auch, weil wir Arbeit und Privatleben trennen, dadurch ist die Arbeit größtenteils mit „müssen“ und das Privatleben mit „können“ verbunden. Und in unserem Privatleben wollen wir nicht müssen, ebenso wenig in unseren Beziehungen.

 

Was soll uns der Begriff Beziehungsarbeit eigentlich sagen? Es bedeutet, dass wir uns miteinander auseinandersetzen und das ist manchmal anstrengend und konfrontativ. Wir werden mit unseren Schwächen und Ängsten konfrontiert. Wir werden damit konfrontiert, dass wir doch genauso handeln, wie unsere Eltern es uns vorgelebt haben und wie wir es nie wollten.

 

Vielleicht spiegelt uns unser Partner oder unsere gute Freundin etwas, das wir an uns nicht akzeptieren wollen. Vielleicht haben wir Angst davor verurteilt zu werden, wenn wir es uns eingestehen. Vielleicht trauen wir uns auch nicht, uns durchzusetzen, weil wir Angst haben, dass wir dann verlassen werden.

 

Wenn wir uns einlassen, dann begegnen wir nicht nur unserem Gegenüber, sondern auch uns selbst. Das kann anstrengend und mühsam sein und sich wie Arbeit anfühlen. Gleichzeitig erhöht es unsere Lebensqualität, denn wir lernen unser Gegenüber und uns selbst besser kennen. Und wenn ich etwas besser verstehe, kann ich auch besser damit umgehen. Es ist wie eine Bedienungsanleitung für ein kompliziertes technisches Gerät, bei falscher Bedienung funktioniert es nicht. Kennt man allerdings den richtigen Umgang, erleichtert es das Leben.

 

Eine funktionierende Beziehung, ob Partnerschaft oder Freundschaft erleichtert unser Leben. Wenn wir unsere eigenen und die Schwachpunkte des Gegenübers kennen und respektieren, dann vermeiden wir viel Ärger. Und in diesem Fall können wir uns auf unsere gegenseitigen Stärken konzentrieren, sie schätzen lernen und damit unser Leben vereinfachen.

 

Der Weg dorthin ist andauernd, es hört nicht auf, denn wir Menschen sind komplexe Wesen und verändern uns. Und wir kommen aus vielschichtigen Familienstrukturen und leben in einer verflochtenen Welt. Das ist wichtig sich vor Augen zu halten, damit wir gütig zu uns und unseren Mitmenschen sind und uns nicht kontinuierlich überfordern.

 

Wir haben unser Leben lang Zeit uns zu entwickeln und unsere Lebensqualität miteinander zu steigern.

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